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Institut für Technologisierungsforschung
Interdisziplinäre Einordnung von Technologisierungsprozessen · Gegr. 2024

Selbstverständnis

ITF-DOC-2026-001 · Rev. 1.3

Das Institut für Technologisierungsforschung untersucht Prozesse, Strukturen und Narrative der Technologisierung im gesellschaftlichen Kontext.

Ziel ist die methodische Einordnung des Begriffs technologisch als Zustandsbeschreibung, Zuschreibung und Erwartungshorizont.

Die Arbeit des Instituts erfolgt interdisziplinär und ohne normative Zielsetzung.1

1 Die Abwesenheit einer normativen Zielsetzung ist selbst nicht normativ zu verstehen. Vgl. hierzu ITF-Methodenpapier 2025/03.

Technologisierungsrahmen 1.0

ITF-TRW-2026-001 · Version 1.0.2 · Status: Stabil

Der Technologisierungsrahmen (TRW) operationalisiert den Zustand „technologisch" entlang von fünf Bewertungsdimensionen. Die Dimensionen bilden keine Hierarchie, sondern ein Zuschreibungsfeld.

Die Reifegrade der Technologisierung werden wie folgt systematisiert:

StufeBezeichnungBeschreibung
T0 Vor-technologisch Keine strukturelle Systemabhängigkeit
T1 Technologisiert Funktional optimiert, Rückfalloption vorhanden
T2 Strukturell technologisch Nicht ohne Systemkontext denkbar
T3 Volltechnologisch Existenz setzt Infrastruktur voraus
T4 Meta-technologisch Erzeugt neue Technologisierungsdynamiken2
2 Die Stufe T4 ist rekursiv. Ob dies ein methodisches Problem darstellt, ist Gegenstand laufender Untersuchungen (vgl. ITF-AP-2026-007).
Dokumentkennung: ITF-TRW-1.0.2-DE · DOI-Äquivalent: 10.57800/itf.trw.2026.001 · Letzte Prüfung: 2026-02-14

Anwendungsbeispiele

ITF-AB-2026-003 · Illustrativ, nicht normativ

Die folgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung des Technologisierungsrahmens. Sie erheben keinen Anspruch auf abschließende Bewertung.3

Beispiel 1: Das Gespräch T1
Gegenstand Mündlicher Austausch zwischen zwei Personen im selben Raum. Bewertung Sprachlich optimiert, aber nicht systemgebunden. Rückfalloption (Schweigen) verfügbar. Anmerkung Bei Einsatz von Videokonferenzsystemen verschiebt sich die Bewertung auf T2–T3, abhängig von der Verfügbarkeit einer Nicht-Teilnahme-Option.
Beispiel 2: Der Kalender T1 / T3
Differenzierte Bewertung
Analog (Papier): T1 Digital (synchronisiert): T3

„Technologisierung erfolgt nicht durch Funktion, sondern durch Einbindung."

Beispiel 3: Die Entscheidung → T2
Bewertung Zunehmend T2. Delegation an algorithmische Verfahren reduziert die subjektive Zurechenbarkeit. Befund Die Verschiebung von T0 zu T2 bei Entscheidungsprozessen ist oft nicht als Technologisierung erkennbar, da sie als Optimierung gerahmt wird.4
3 Eine abschließende Bewertung würde eine normative Positionierung voraussetzen, die das Institut bewusst vermeidet (vgl. Selbstverständnis).
4 Ob die Rahmung als Optimierung selbst ein Technologisierungsphänomen darstellt, wird im Arbeitspapier ITF-AP-2026-011 behandelt.

Jahresbericht 2026

ITF-JB-2026 · Veröffentlichung: März 2026 · Berichtszeitraum: 01/2025–12/2025

Der Jahresbericht dokumentiert Entwicklungen im Bereich der Technologisierungsdichte. Er versteht sich als Lagebild, nicht als Handlungsempfehlung.

Lage der Technologisierung 2026
ITF-JB-2026-DE · 47 S. · ISSN (beantragt)
Die Technologisierungsdichte im Alltag ist 2026 weiter gestiegen. Besonders betroffen sind Entscheidungsprozesse mit vormals persönlicher Verantwortungszuordnung. Eine Umkehr dieses Trends ist strukturell nicht angelegt.
Auffällig ist die zunehmende Unsichtbarkeit von Technologisierungsstufen oberhalb T2. Was vollständig in Infrastruktur aufgegangen ist, wird nicht mehr als technologisch wahrgenommen, sondern als gegeben.5
PDF herunterladen (Entwurf, 1,2 MB)
5 Dieser Befund ist möglicherweise selbstreferenziell. Das Institut ist sich dessen bewusst.

Methodik

ITF-MET-2026-001 · Rev. 0.9 · Status: Vorläufig

Die Bewertung erfolgt indikatorenbasiert. Grundlage bilden die fünf Dimensionen des Technologisierungsrahmens (vgl. ITF-TRW-1.0.2).

Eine Validierung im klassischen Sinne ist nicht vorgesehen, da Technologisierung als Zuschreibungsphänomen verstanden wird. Die Unterscheidung zwischen einem technologisierten und einem nicht-technologisierten Zustand ist somit kontextabhängig und beobachterrelativ.6

Die Indikatoren werden qualitativ erhoben. Quantitative Verfahren befinden sich in der Konzeptionsphase.7

6 Die Frage, ob die Beobachterrelativität selbst technologisierbar ist, wird derzeit nicht untersucht.
7 Die Konzeptionsphase hat keine definierte Laufzeit.
Methodenstand: vorläufig · Nächste Revision: offen · Kommentare: willkommen, aber nicht systematisch erfasst

Kooperationspartner

ITF-KOOP-2026

Derzeit keine institutionellen Kooperationen.8

8 Anfragen sind möglich. Eine Antwort ist nicht zugesichert.